Presseartikel über die Erdbeeren

vom Beumers-Hof

Presseartikel vom 03.06.2016 von Annika Matheis - WAZ

 

Mündelheim.   Auf dem Beumers Hof in Mündelheim werden seit 2009 Erdbeeren angebaut. Die derzeitig Wetterlage ist alles andere als ideal für eine gute Ernte

 

Mitten über dem Rheinbogen scheint an diesem Donnerstag die Sonne. Doch das nächste Unwetter, es zieht wahrscheinlich schon heran. Der Deutsche Wetterdienst warnte erneut vor „teils schweren Gewittern“ mit Starkregen. „Gewitter sind das Schlimmste“, sagt Heinrich Beumer. Und er fügt hinzu: „Derzeit macht uns das wechselhafte Wetter große Sorgen, da die Erdbeere den ständigen Regen nicht verträgt.“

Das „Experiment Erdbeere“

Seit mehreren Jahren schon gibt es die roten Früchte bei Bauer Beumer in Mündelheim. Frisch vom Feld, die Familie selbst nennt es das „Experiment Erdbeere“. Und dieses Jahr: „Es ist das verflixte siebte Jahr“, sagt Beumer. Und muss ein wenig lachen. Obwohl es eigentlich gar nicht zum Lachen ist. Zigmal am Tag schaut er auf den Wetterbericht. Schließlich ist es „für uns die Existenz, die da auf dem Feld steht.“

Dass der Erdbeeranbau steht und fällt mit dem Wetter, das wussten sie wohl schon vorher. Auch in den vergangenen Jahren gab es immer mal wieder schlechte Tage. Aber dass es an mehreren Tagen hintereinander, lange am Stück, schlecht war? Heinrich Beumer kann sich nur schwer erinnern. Doch die Erfahrung der vergangenen Jahre hilft. „Wir versuchen, immer mehr Risiken einzugrenzen, uns vorzubereiten.“ Doch leider ist und bleibt die Erdbeere eine sensible Pflanze. Sie macht es ihrem Bauer mitunter nicht leicht. Bei Beumers wird getan, was sie tun können. Schwarze Netze überspannen die Pflanzen am Boden. Sie sorgen dafür, dass die harten Tropfen oder Hagelkörner nicht direkt auf die empfindlichen Früchte treffen. Auch Krähen und Tauben werden so vom Naschen abgehalten, die Schnecken allerdings nicht. Und doch: 50 bis 70 Prozent weniger Schaden habe er dadurch, sagt Beumer.

10 Tonnen Erdbeeren pro Hektar als Richtwert

Eine weitere Anbaumethode testen sie gerade im hinteren Bereich des Feldes. Die grünen Pflanzen mit weißen Blüten und grünen, später satt-roten Früchten stehen erhöht. Gepflanzt in einen Erddamm, der von Folie geschützt ist, wie beim Spargel. Das sorgt für gute Temperaturen in der Erde – und nicht zuletzt für mehr Ertrag. Aufwendig ist auch diese Methode. „Da steckt insgesamt viel Arbeit und Herzblut drin.“ Auf 2,5 Hektar Anbaufläche rechnet Beumer mit 10 Tonnen Erdbeer-Ernte pro Hektar als Richtwert.

Ursprünglich lebte der Betrieb vom reinen Ackerbau. „Das ist aber nicht mehr zukunftsfähig“, erklärt Bauer Beumer die Entscheidung für die Erdbeere. Im Winter trägt ein Kaminholzhandel zum Familienunterhalt bei. „Breit aufgestellt“, das wollen sie sein. Sie vermarkten ihre Beeren selbst – an sieben Verkaufsständen im Duisburger Süden. Einer davon befindet sich direkt auf dem Hof in Mündelheim. Wer selbst pflücken möchte, kann das übrigens auch tun. Hoffentlich bald wieder unter Sonnenschein, ohne aufziehende Unwetter.